Frage: Andere Bezugsperson
hallo an euch da draussen....folgende situation: euer kind will einfach nicht mehr zu euch auf die hand oder aus einer situation heraus mitgehen mit euch, wenn eine andere bezugsperson (nur die omas !!!) es hält oder das kind bei ihnen ist?? wenn ich mein kind nehmen will...kuschelt es sich an die andere bezugsperson..das mir fast das herz zerbricht..hmmmm..ich weiss..mama sein ist auch ein lernprozess...aber wenn ich mit meinem kind allein bin...hängt sie nur an meinem rockzipfel..*grins*..deswegen versteh ich ihr verhalten nicht so ganz.. es schreit extrem , wenn manche personen den raum verlassen, obwohl du als mutter anwesend bist ??? auch wenn der vater sie nehmen will, hat er keine chance...ist aber nicht bei allen personen so....sie sucht sich gewisse aus...die omas und die tante...die liebt sie anscheinend heiss..an sich stört es mich natürlich nicht...es wird wohl einen grund haben, vielleicht möchte sie noch eine sache erledigen mit dieser person, etwas zu ende spielen..alles ging mir schon durch den kopf...mich macht es schon stolz, das sie soziale kontakte gerne knüpft....das zeigt mir, das sie wohl vertrauen hat...das ich so oder so immer da bin für sie....aber manchmal stimmt es mich schon sehr traurig...ist das eigentlich nur ne phase bei meinem schatz ??? den wen ich auch frage...anscheinend gehts keinem so mit den kindern? habt ihr erfahrung ? (mein kind ist nun schon 20 monate - schlimm war es zwischen dem 13.ten und 18ten Monat...nun glaube ich aber, das ich ihr schon recht gut erklären kann, wann und warum wir die bezugsperson verlassen und ich merke eine besserung..indem sie akzeptiert , das sie später wieder zu den personen gehen kann..,...und teilweise ohne viel protest mit mir geht..) ach bin mal gespannt auf ihre fachliche antwort. herzlichen dank !
Antwort:
Vielen Dank für Ihre Anfrage. Ich kann verstehen, dass Sie verunsichert sind. Umgekehrt wissen Sie ja, dass Ihre Tochter Sie liebt, das erfahren Sie in vielen täglichen Situationen. Es ist also nicht eine Frage der Zuneigung, sondern bereits ein kleines Spielchen, das Ihr Kind unbewusst veranstaltet, um zu wissen, wer wie reagiert, wer sich was gefallen lässt und wie sie die Personen nach ihrer „Pfeife“ tanzen lassen kann – ein Zeichen sozialer Kompetenz . Da hilft nur eines: Verständnis haben und sanft die Führung übernehmen. Sie wissen, was Ihre Tochter braucht und was Sie wann von ihr erwarten können. Ihre Entschlossenheit gibt ihr Sicherheit, auch wenn sie anfänglich protestieren wird. Gehen Sie von der objektiven Beschreibung der jeweiligen Situation aus, beispielsweise: „Du hast die Omi so lieb, dass du gar nicht mehr von ihr weg möchtest…“ Sie ernten damit Zustimmung oder erhalten eine genauere Beschreibung ihres Befindens. Sie können ihr dieses Vergnügen ohne Eifersucht gönnen, so lange Sie es für gut befinden, z.B.: „Gut, dann kann kuschel dich noch ganz fest an die Omi. Du kannst bei ihr bleiben, bis wir gehen. (das bestimmen Sie!!) Oder: „Aber jetzt muss ich dir die Schuhe anziehen. Bitte komme her!“ Auf Geschrei beginnen Sie wieder mit einer wertfreien Beschreibung: „Es fällt dir schwer, Omas Schoß zu verlassen. Wie schön, dass du deine Oma so sehr liebst! Aber jetzt musst du auf deine Mama hören!“ Wenn sie weiter schreit, geben Sie den Finger auf den Mund, zum Zeichen zu schweigen: „Psst! Jetzt will ich nichts mehr hören! Morgen kannst du wieder zu Omi gehen!“ Kurze Erklärungen sind wichtig, aber zuerst sollten Sie immer auf die Emotionen eingehen, denn da ist ja auch die Blockade. Bitte besprechen Sie mit den anderen Bezugspersonen auch, dass sie Ihnen anfangs „den Rücken stärken“ sollen, indem sie beispielsweise sagen: „Wenn dich deine Mama /Papa ruft, dann musst du zu ihr gehen. Danach / ein anderes Mal kannst du wieder zu mir kommen.“ Auch wenn wir Kindern Freiheit in ihren Gefühlen und Zuneigungen geben sollen, so sollen wir uns dennoch nicht dabei am Gängelband ziehen lassen. Mama und Papa sind zumutbar und sie geben den Ton an. Besprechen Sie auch in einer ruhigen Minute mit Ihrer Tochter, wie es Ihnen dabei geht und was Sie wann von ihr erwarten. Dann kann das Kind sich innerlich darauf einstellen und wird in der konkreten Situation leichter zu führen sein. Ich wünsche Ihnen alles Gute, mit herzlichen Grüßen, Mag. Maria Neuberger-Schmidt,
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